Durham – Ein bisschen erscheinen die drei bärtigen
Gestalten wie Boten aus einer anderen Zeit. Und da ist wahrscheinlich auch
etwas Wahres dran. Megafaun, das sind die Brüder Brad und Phil Cook sowie Joe
Westerlund.
Das Trio entstand 2006 aus der Asche der Vorgänger-Band
DeYarmond Edison, die man mit Justin Vernon (heute Bon Iver) ein paar Jahre
vorher gegründet hatte. Megafauns neues Album „Gather, Form & Fly“ ist wie
der Erstling stark von klassischen Folk- und Americana-Einflüssen geprägt, ohne
dabei die neueren Entwicklungen des Genres links liegen zu lassen. Mehrstimmige
Harmonien und gut platzierte Einschübe von Bläsern, Klavier und Streichern
werden auf den 13 Songs durch experimentelle Kompositionen und sanfte
Elektronikpassagen unterstützt. Das Konzept funktioniert. Megafaun schaffen es,
die vielen Ideen und Einflüsse zusammenzuführen, ohne dabei in Hektik zu
verfallen. Gut gemeinte Vergleiche mit Blitzen Trapper oder den Fleet Foxes
drängen sich auf. Und trotz vieler moderner Facetten kann man beim Hören der
Musik des Trios immer wieder Spuren der Vergangenheit entdecken. Manchmal
scheint es dann fast so, als ob Grateful Dead und The Byrds einem wohlwollend
zunicken oder Neil Young lässig aus dem Schaukelstuhl grüßt. sjo