Memphis/Tennessee - Eigentlich erwartet man von einer Band,
die sich selbst „Speichel“ nennt, nicht unbedingt Angenehmes. Es sei denn, man
erinnert sich an so großmütterliche Sprüche, wie dass man „Geduld und Spucke“
brauche, um etwas zu erreichen.
Aber wie das so ist mit Vorurteilen … Vielen sind Saliva
erst ein Begriff, seit deren Frontmann Josey Scott gemeinsam mit Nickelbacks
Chad Kroeger den Song „Hero“ zum „Spiderman“-Soundtrack beisteuerte. Wer es
allerdings bei dieser flüchtigen Bekanntschaft belässt, bringt sich selbst um
eine ganze Menge. (Das ist ungefähr so, als ob man Johnny Depp über den Weg
läuft, er ist Single, man selbst auch, es funkt, und am Ende küsst man ihn dann
doch nur auf die Wange – Männer bitte Angelina Jolie für Johnny Depp
einsetzen). Wo wir schon beim Thema sind: Scotts Credo “Musik ist wie Sex mit
einem Partner, mit dem du schon seit Jahren zusammen bist. Du musst dafür
sorgen, dass es interessant bleibt” erklärt wahrscheinlich, warum es so
schwierig ist, die fünf Amerikaner in irgendeine Schublade zu stecken. Mal
brachial, gewaltig, hart wie bei „Click Click Boom“, mal sanft, fast
anschmiegsam, verträumt und soft wie bei „Rest in Pieces“ bewegen sich Saliva
vorurteilsfrei zwischen Heavy - und Nu Metal, zwischen Southern und Alternative
Rock und gern auch mal über alle Grenzen hinaus. Derzeit touren Josey Scott,
Wayne Swinny, Jon Montoya, Dave Novotny und Paul Crosby ausgiebig durch die
USA, Konzerttermine in Deutschland stehen bisher nicht an – aber man wird ja
noch träumen dürfen. In der Zwischenzeit sei jedem empfohlen, die Bekanntschaft
über den Wangenkuss hinaus zu erweitern. nk