Bloomington – Der Weltuntergang kann kommen, denn es gibt eine Band, die den perfekten Soundtrack dazu geschrieben hat. Murder By Death, benannt nach dem gleichnamigen 70er-Kultfilm mit Peter Sellers und Truman Capote, beschreiben ihre Musik selbst als Mischung aus „dunklem Americana und dramatischem Post-Punk“.
Das Besondere der Vier aus Bloomington, Indiana, liegt in der Liebe zum Detail und der Sorgfalt der Kompositionen. Alle bisher erschienenen LPs sind Konzeptalben. Die zweite Platte „Who Will Survive, and What Will Be Left of Them?” beispielsweise erzählt vom Krieg des Teufels gegen ein kleines mexikanisches Dorf. Die Songs drehen sich um Verrat und Versuchung, das Gute und das Böse. Man denkt zwangsläufig an weite Ebenen und einsame Westernstädte. Die Harmonie dieser Musik hat ihr Fundament in den genialen Streicher-Parts der E-Cellistin Sarah Balliet und der düsteren Stimme von Adam Turla, die wohl irgendwo zwischen Nick Drake, Tom Waits und Johnny Cash liegen mag. Die Intensität dieser Musik ist greifbar. Sie ist düster, melancholisch und bedrohlich aber zugleich faszinierend, innovativ und einzigartig. Da kann es bei einem Auftritt schon mal vorkommen, dass die Band das achtminütige “Medley of Evil” als Zugabe in totaler Dunkelheit spielt. Wer sich die Gänsehaut nicht nur vorstellen, sondern sie auch live erleben will, darf sich auf die drei Deutschland-Auftritte der Band im Mai dieses Jahres freuen. Murder By Death überzeugen live ebenso wie auf Platte. Diese Band bereitet stilvoll auf die Apokalypse vor. Also, wenn alles eines Tages zu Asche zerfällt, Zombies oder der Teufel vor der Tür stehen, heißt es zurücklehnen und die Show genießen. sjo